Wasserkraft als Fundament der Energiewende

02.09.2026

Mit CNC-Technologie steigert EFG aus Kärnten die Effizienz im Turbinenbau und treibt so Wasserkraft und Energiewende voran.

Wasserkraftwerke liefern über Jahrzehnte bzw. oft über ein Jahrhundert hinweg sauberen Strom. Damit das funktioniert, müssen Turbinen zuverlässig laufen und im Ernstfall schnell repariert werden können. Genau darauf hat sich EFG Turbinenbau in Kärnten spezialisiert. 

Mit modernster CNC-Technologie - also mit Maschinen die digital gesteuert werden und somit viel präziser arbeiten können - kann das Unternehmen große Turbinenbauteile heute direkt am Standort bearbeiten. Das spart Zeit, reduziert Emissionen und bringt Kraftwerke schneller wieder ans Netz. So leistet EFG einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung und zur Energiewende in Österreich.

Maßgeschneiderte Turbinen statt Lösungen „von der Stange“

Turbinen lassen sich nicht standardisiert produzieren. Jedes Kraftwerk stellt andere Anforderungen, viele Anlagen sind Jahrzehnte alt, manche sogar über 100 Jahre in Betrieb. Genau deshalb braucht es individuelle Lösungen und präzise Fertigung. Mit der neuen CNC-Maschine kann EFG große und komplexe Bauteile nun direkt in Kärnten bearbeiten, statt sie zu externen Fertigern transportieren zu müssen. Die Anlage kombiniert mehrere Bearbeitungsschritte in einem System und ermöglicht dadurch besonders effiziente und präzise Prozesse.

Hightech im Turbinenbau

Ein entscheidender Erfolgsfaktor für den Kärntner Turbinenbauer ist die hohe Fertigungstiefe im eigenen Haus. Von Konstruktion und Entwicklung über die Fertigung einzelner Komponenten bis hin zur Montage und Inbetriebnahme deckt EFG alle Schritte selbst ab. Mehrere Montageteams sind regelmäßig im Einsatz, um Anlagen direkt vor Ort zu installieren oder zu warten. Diese Unabhängigkeit von externen Dienstleistern schafft nicht nur Flexibilität, sondern sichert auch Qualität und Know-how im eigenen Unternehmen. 

Große Turbinenteile direkt aus Kärnten

Mit der Investition in ein hochmodernes CNC-Bearbeitungszentrum können nun auch besonders große und komplexe Kraftwerkskomponenten direkt am Standort in Kärnten bearbeitet werden. Die neue Anlage vereint mehrere Funktionen in einem System: Sie kann fräsen und drehen, und das in einem durchgängigen Prozess. Die Maschine wird durch die sogenannte 5-Achs-Simultan-Technologie angesteuert, bei der mehrere Bewegungsachsen gleichzeitig im Einsatz sind. Dadurch lassen sich auch komplexe Geometrien besonders präzise und effizient bearbeiten.

Bauteile mit einem Durchmesser von bis zu zweieinhalb Metern und einem Gewicht von bis zu acht Tonnen lassen sich damit effizient im eigenen Haus fertigen und bearbeiten. Aufwendige Transporte zu externen Fertigern – oft über Landesgrenzen hinweg – entfallen. Das spart Zeit, Kosten und reduziert gleichzeitig die Umweltbelastung.

Wasserkraft als Fundament der Energiewende

Für Werner und Martin Goldberger ist klar: Ohne Wasserkraft wird die Energiewende nicht funktionieren. Während Wind- und Solarenergie stark vom Wetter abhängen, liefert Wasserkraft Tag und Nacht die solide Grundlast. Genau darin sehen sie die besondere Stärke der Wasserkraft.

„Wenn die Sonne nicht scheint, ist es finster, und wenn der Wind nicht weht, habe ich auch nichts. Nur die Wasserkraft kann ich regeln, steuern und gezielt einsetzen“, betont Werner Goldberger.

Gerade in einem wasserreichen Land wie Österreich liege enormes Potenzial, die Energiewende unabhängiger und nachhaltiger zu gestalten. Ohne gezielten Ausbau der Wasserkraft drohe Europa weiterhin von Öl und Gas abhängig zu bleiben.

Energie für Generationen 

Was vor über 40 Jahren klein begann, ist heute ein Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeiter:innen.  Mit Werner Goldberger und Matthias Viertler als erste Mitarbeiter, wird EFG heute von Vater (Werner) und Sohn (Martin) gemeinsam geführt. Viele Mitarbeiter:innen bleiben dem Unternehmen jahrzehntelang treu, viele Lehrlinge auch nach ihrer Ausbildung. Diese langfristige Perspektive prägt sowohl die Unternehmenskultur als auch die Arbeit mit Wasserkraftwerken, die oft über Generationen hinweg genutzt werden.

Der Name EFG steht ursprünglich für „Energieforschungsgesellschaft“, gleichzeitig hat sich im Laufe der Jahre eine zweite Bedeutung etabliert: „Energie Für Generationen“. Diese langfristige Perspektive spiegelt sich auch in den Kunden- und Lieferantenbeziehungen wider, die nicht selten Familien über Generationen hinweg verbinden, erzählt Werner Goldberger. Zum 40-jährigen Jubiläum wurde das Engagement des Betriebs mit der Verleihung des Kärntner Landeswappens gewürdigt.

EU-Förderung als Motor für Innovation und regionale Entwicklung

Unterstützt wurde die Investition durch eine EU-Förderung, welche die rasche Projektumsetzung mit der neuen Technologie ermöglicht hat. Für EFG war das ein wichtiger Schritt, um Innovation und regionale Wertschöpfung weiter auszubauen.

„Ohne die Förderung wäre dieses Projekt so nicht möglich gewesen. Sie hat uns den Spielraum gegeben, in die Zukunft zu investieren und genau das macht den Unterschied“, sagt Martin Goldberger.

Für EFG ist klar: Die Energiewende entsteht nicht nur in großen Strategien oder politischen Debatten, sondern dort, wo Technologie, Handwerk und regionale Verantwortung zusammenkommen.

Kurz gesagt

An der Arbeit mit Turbinen fasziniert mich….

die Vielfalt: jeder Tag ist anders und keine Turbine gleicht der anderen. (Martin Goldberger)

Ich mag an unseren Anlagen besonders,…

dass wir einen Schritt in Richtung Zukunft machen, mit erneuerbarer Energie und einem starken Service für unsere Kund:innen. (Werner Goldberger)

Kärnten ist der ideale Standort für dieses Proejekt, weil…

wir mit unseren Bergen und Seen von Wasser umgeben sind und hier die besten Voraussetzungen für nachhaltige Stromerzeugung bestehen. (Martin Goldberger)

Saubere Energie bedeutet für die Region…

ein sauberes Leben für uns und kommende Generationen. (Martin Goldberger)

Besonders stolz bin ich darauf, dass…

es innerhalb der EFG-Familie eine Person gibt, die das Ganze weitertragen wird, unser Prokurist, mein Sohn. (Werner Goldberger)

In Zukunft wird Wasserkraft…

das Fundament einer erfolgreichen Energiewende bilden und eine zentrale Rolle in der nachhaltigen Stromerzeugung spielen. (Werner Goldberger)

Ich wünschte, mehr Menschen wüssten, dass…

die Arbeit mit Wasserkraft nicht nur sinnvoll ist, sondern auch richtig Spaß macht. (Martin Goldberger)

Projektträger: 

Turbinen- und Kraftwerksanlagenbau EFG Energieforschungs- und Entwicklungsgesellschaft m.b.H. & Co KG
Untere Tiebelgasse 16
9560 Feldkirchen

Gefördert wurde:

Anschaffung eines CNC Fräs-Dreh-Bearbeitungszentrum mit 5-Achs-Simultan-Technologie 

Förderstelle:

Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds KWF

Förderziel:

  • Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens
  • Schaffung zusätzlicher 6 Arbeitsplätze
  • Beitrag zum Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft

Projektzeitraum:

Oktober 2022 - Juni 2024

Investitionsvolumen:

ca. 1,7 Mio Euro

Fördermaßnahme:

M 6.1: Förderung von Investitionen für Beschäftigung und Nachhaltigkeit

Fotos: ÖROK / Sabine Sattlegger

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