Auftakveranstaltung IBW/EFRE & JTF Österreich 2021-2027

Zum Auftakt der neuen Programmperiode wurde am 20. Oktober 2022 in Anwesenheit von EU-Kommissarin Elisa Ferreira das Programm IBW/EFRE & JTF 2021-2027 präsentiert. Im Veranstaltungssaal GIRONCOLI Kristall fand vor fast 200 Teilnehmern (vor Ort und über Stream) eine inspirierende und informative Veranstaltung statt. In einem waren sich alle Redner:innen einig, gemeinsam werden wir den Wandel zu einer klimaneutralen Wirtschaft schaffen, das vorliegende Programm wird dazu auf jeden Fall seinen Beitrag leisten.

Gleich zu Beginn der Auftaktveranstaltung betonte die EU-Kommissarin Ferreira, zuständig für Kohäsion & Reformen, in ihrer Eröffnungsrede die Wichtigkeit der Kohäsionspolitik und des Zusammenhalts innerhalb Europas. Sie hob hervor, dass die 31 Mrd. € an Investitionen mithilfe der EU-Strukturfonds in den letzten 25 Jahren auch in Österreich dazu beigetragen haben, Ungleichheiten zwischen den Regionen zu reduzieren. Der größte Effekt ist beim Bruttoregionalprodukt des Burgendlands zu sehen, das als einzige Region Österreichs als Übergangsregion eingestuft ist. Für eine erfolgreiche Umsetzung des Programms braucht es gute Partnerschaften. Auch hier fand die Kommissarin lobende Worte für Österreich, die von Beginn an alle Partner:innen in den Erstellungsprozess des Programms miteinbezogen haben. Zum Abschluss ging die Kommissarin noch auf Österreichs Rolle als Pionier in Bezug auf die Vereinfachung ein. „Financing-not-linked-to-costs” ist ein Ansatz, der den Aufwand an Verwaltung wesentlich verringert und sich auf die erbrachte Leistung fokussiert. Mit der Genehmigung des Programms steht nun das Grundgerüst für die Umsetzung des Programms in Österreich. Mit den Worten „Jetzt geht es darum, ins Tun zu kommen“ schloss die EU-Kommissarin ihre Rede ab.

Danach betrat der Forscher und Publizist Fred Luks die Bühne und hielt einen kurzen Vortrag zum Thema „Wirtschaft im Umbruch: Über Klimaneutralität, Digitalisierung und Wachstum“. Mit Charme und Witz gelang es ihm, die Dringlichkeit des Wandels zu Nachhaltigkeit, sowohl im ökologischen, aber auch im ökonomischen und vor allem auch im sozialen Sinne, zu unterstreichen. Neben dem technischen Wandel, der mit der Digitalisierung bereits voll im Gange ist, dürfen wir als Gesellschaft laut Luks den kulturellen Wandel nicht vernachlässigen. Auch diesen wird es brauchen, um die Transformation zur Klimaneutralität erfolgreich zu schaffen. Die Transformation aktiv mitzugestalten, zum Beispiel mit innovativen Förderprogrammen, wird von Fred Luks besonders hervorgehoben. Die Herausforderungen sind zwar sehr groß und komplex, die Hoffnung wird er so schnell trotzdem nicht aufgeben. Denn solange wir hoffnungsvoll sind, werden wir tätig bleiben und versuchen, die Klimakrise abzuwenden.

Anschließend unterhielten sich EU-Kommissarin Elisa Ferreira, Landesrat Martin Eichtinger, Stadtrat Peter Hanke und Generalsekretär Günter Liebel im Rahmen einer Gesprächsrunde darüber, was die Kernanforderungen für einen gerechten Übergang sind, was für Rolle die Kohäsionspolitik dabei spielt und welchen Beitrag der EU-Fonds für Regionale Entwicklung und insbesondere das neue Programm IBW/EFRE & JTF 2021-2027 sowohl in städtischen Gebieten als auch in ländlichen Regionen leisten kann, um die Transformation zur Klimaneutralität zu schaffen. „Leaving no one behind“ ist für EU-Kommissarin Ferreira ein Ziel, das wir nicht aus den Augen verlieren dürfen. Es freut sie besonders, dass das neue Programm IBW/EFRE & JTF 2021-2027 einen Beitrag dazu leistet.

Nach einer Kaffeepause fand der zweite Teil der Veranstaltung statt, der sich inhaltlich konkreter mit dem neuen Förderprogramm IBW/EFRE & JTF 2021-2027 beschäftigte. Zur Einleitung der Programmvorstellung hielt Bundesminister Norbert Totschnig eine Begrüßungsrede, in der er die Eckpunkte und den Mehrwert des Programms für Österreich hervorhob.

Markus McDowell und Anna Muterko von der Verwaltungsbehörde stellten im Anschluss die Inhalte des neuen Programms vor. Mit 10 Fördermaßnahmen in 4 Prioritäten werden die wesentlichen Herausforderungen und Bedarfe im Bereich Beschäftigung und Wachstum abgedeckt. Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung nehmen in dieser Periode eine zentrale Rolle ein. Neu ist der Just Transition Fund, mit dem der Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft besser bewältigt und vor allem die negativen Folgen auf die Beschäftigung abgefedert werden sollen. Ein Teil davon wird in Österreich im Sinne des Multifonds-Ansatzes gemeinsam mit dem IBW/EFRE abgewickelt.

Im letzten inhaltlichen Programmpunkt wurden 4 geplante Initiativen vorgestellt. Martin Reishofer von der FFG stellte die Eckpunkte der geplanten F&E-Infrastrukturförderung vor. Erika Köszegi-Lagally präsentierte die aws Wachstumsinvestition, die Unternehmen bei Innovationsprojekten zum Ausbau ihrer Marktposition unterstützt. Wie integrierte nachhaltige städtische Entwicklung in der Steiermark gefördert wird, zeigte Martin Nagler vom Amt der Steiermärkischen Landesregierung (Abt. 17). Eva Wutte-Kirchgatterer vom KWF präsentierte die begleitenden Maßnahmen, die in Kärnten im Rahmen des JTF umgesetzt werden und langfristig tragfähige „grüne“ Geschäftsfelder sichern sollen. Hoffnung gibt allen Vertreter:innen der Förderstellen der Kontakt mit innovativen und engagierten Projektträger:innen, die sich für den Wandel zu einer besseren und grüneren Zukunft einsetzen.

Fotos: ÖROK/APA-Fotoservice/Krisztian Juhasz

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